














Von Nicole Dufft
Das iPhone ist in deutschen Unternehmen nach wie vor das beliebteste Smartphone – und das wird vermutlich auf absehbare Zeit auch so bleiben: In etwa der Hälfte aller deutschen Unternehmen nutzen die Mitarbeiter heute iPhones.
40 Prozent der ITK-Verantwortlichen rechnen damit, dass die Beliebtheit des iPhones bei ihren Mitarbeitern weiter steigen wird. Ähnliches gilt für das iPad: Zwar nutzen derzeit nur etwa in jedem fünften Unternehmen die Mitarbeiter die schlanken Alleskönner. Aber auch hier erwarten viele der von uns befragten IT-Spezialisten eine deutliche Zunahme in den kommenden Jahren.
Dabei spielt es für die Mitarbeiter keine Rolle, dass Sicherheit und Administration von Apple’s Betriebssystem für iPhone und iPad – auch in der neueren Version 4 – ITK-Verantwortlichen den Schlaf rauben. Zwar hat Apple beim iOS 4 und den aktuellen Updates bis 4.3 die Device-Management-Optionen erweitert. Dennoch sind diese nach wie vor für den Unternehmenseinsatz nicht zufriedenstellend.
So müssen weiterhin zentrale IT-Prozesse wie die Softwareverteilung, die Synchronisation von Dateien oder Updates und Backups über ein iTunes-Account vorgenommen werden – dabei handelt es sich meist um private, lokal installierte Accounts. Bestehen keine lokalen iTunes-Installationen auf den Rechnern der Mitarbeiter, müssen alle iPhones beim zentralen Administrationsterminal abgegeben werden, um die entsprechenden Updates oder Rolluts durchführen zu können.
Die Einrichtung eines zentralen Unternehmens-iTunes-Accounts und damit ein zentraler Einkauf von Software und deren Verteilung an eine große Anzahl von Mitarbeitern ist nicht möglich. Bei einer sehr begrenzten Anzahl von Geräten kann diese Limitierung behelfsmäßig umgangen werden, indem Applikationen zentral bezogen und durch Verschenken an die Anwender ausgerollt werden.
Ähnlich sieht es bei der Durchsetzung von Unternehmensrichtlinien aus: Das iPhone-Konfigurationsprogramm erlaubt es dem Administrator nicht, diese ohne Interaktion des Nutzers zu aktivieren. Bei 10-15 Mitarbeitern, die mit einem iPhone ausgestattet sind, mag das noch unkritisch sein. Sobald die Anzahl der Geräte im Unternehmen steigt, reichen die von Apple bereitgestellten Möglichkeiten aber bei weitem nicht mehr aus.
Eine Unterstützung bei der zentralen Verwaltung liefern so genannte Device-Management-Lösungen von Drittanbietern. Diese sind allerdings erst in etwa einem Drittel aller deutschen Unternehmen im Einsatz. Zudem können auch die Device-Management-Lösungen noch nicht alle Anforderungen an eine zentrale Verwaltung im großen Stil erfüllen. Denn Apple hat einige hierfür erforderlichen Funktionen für Drittanbieter (noch) nicht freigegeben.
Last but not least bestehen beim iPhone nach wie vor Schwachstellen beim Datenschutz und einige zentrale Sicherheitsanforderungen – wie zum Beispiel die E-Mail-Verschlüsselung – bleiben unerfüllt.
ITK-Administratoren müssen also weiterhin mit viel händischer Administration, dezentralen Prozessen und Sicherheitsschwachstellen leben. Denn das iPhone aus den Unternehmenskontext verbannen zu können, ist und bleibt eine Illusion. Konkrete Empfehlungen und Praxistipps für die Inbetriebnahme, Konfiguration und Administration des iPhone liefert die aktuelle Studie von PAC/Berlecon und Fraunhofer ESK Das iPhone 4 im Unternehmenseinsatz – damit ITK-Verantwortliche trotz iPhone- und iPad-Hype gut schlafen können.
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