














Von Christoph Witte
Dank der inzwischen guten Durchdringung mit konvergenten IP-Netzen steigt das Interesse an Anwendungen im Bereich Unified Communications und Collaboration (UCC) laut Berlecon Research stark an. Als Wachstumsmotor entpuppen sich dabei Collaboration-Anwendungen. Sehr zurückhaltend zeigen sich Anwender allerdings, wenn es um die Investition in integrierte UCC-Lösungen geht. Für knapp 50 Prozent der von Berlecon befragten Unternehmen ist dies derzeit kein Thema.
Weil auch in Deutschland inzwischen die Verbreitung IP-basierter Netze, die Daten und Sprache übertragen können, in den vergangenen zwei Jahren um 20 auf 58 Prozent zugenommen hat, ist eine wichtige Hürde auf dem Weg zum sogenannten Unified Communications and Collaboration gefallen oder zumindest sehr viel niedriger geworden. Die in ihrer aktuellen Studie „UCC in Deutschland – Status Quo, erzielte Ergebnisse und Investitionspläne“ von Berlecon Research ermittelten Daten lassen aufhorchen. Unter den 162 repräsentativ befragten Unternehmen verfügen demnach 36 Prozent über eine IP-fähige Nebenstellenanlage. Dank dedizierter UC-Server gelten 35 Prozent dieser Unternehmen als „UC-Ready“.
Diese nach Aussagen von Berlecon auch in den kommenden Jahren weiter voranschreitende IP-sierung treibt den Einsatz verschiedener UCC-Anwendungen voran. So nutzen bereits 60 Prozent der Unternehmen Collaboration-Anwendungen, Webconferencing Tools (40 ) und Unified Messaging (34). Dabei ist der Hunger nach solchen Lösungen keineswegs gestillt. So wollen 48 Prozent der Befragten auch in den kommenden zwei Jahren in Collaboration Tools investieren.
Übergreifende UCC-Lösungen, in denen die Werkzeuge zur Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kommunikationskanälen integriert werden, sind bisher allerdings eher selten. Nur 16 Prozent der Befragten haben sie bisher realisiert und weitere 10 Prozent planen das in den nächsten zwei Jahren. Damit verschenken Dreiviertel der Unternehmen laut Berlecon erhebliches Potenzial, weil UCC erst dann seine volle Wirkung entfalte, wenn die Dienste sinnvoll gebündelt würden. Das Argument ist nachvollziehbar. Wenn die verfolgten Businessziele wie eine bessere Erreichbarkeit der Mitarbeiter, kürzere Reaktionszeiten, bessere Servicequalität oder bessere Zusammenarbeit der Mitarbeiter untereinander erreicht werden sollen, ergibt die Integration von Kommunikationskanälen und Collaboration-Werkzeugen viel Sinn. Das bestätigen auch die Unternehmen, die bereits auf integrierte UCC-Lösungen setzen. 80 Prozent von Ihnen gaben beispielsweise an, sie hätten durch diese Suiten ihren Kundenservice verbessert.
Doch knapp die Hälfte der Unternehmen sind bislang davon nicht überzeugt. Immerhin jedes vierte Unternehmen diskutiert intensiv darüber. Dieses vergleichsweise geringe Interesse an integrierten UCC-Lösungen legt zwei Schlüsse nahe.
Für den 2. Schluss spricht auch folgende Aussage der Studie: „Für etwa 40 Prozent der Unternehmen spricht der unklare Nutzen gegen die Einführung einer integrierten Lösung.“ An dieser Stelle haben die einschlägigen Anbieter offensichtlich noch Vermittlungsbedarf.
Wenn etwas nicht verstanden wird, so ein alter Lehrsatz der Kommunikationswissenschaft, ist es nie das Problem des Empfängers, sondern immer desjenigen, der die Botschaft sendet. Ein Ansatz, um den Nutzen von UCC-Lösungen deutlicher herauszuarbeiten, wäre es deshalb, beispielhafte ROI-Berechnungen zu veröffentlichen oder sogar sogenannte ROI-Kalkulatoren anzubieten, in denen bei unterschiedlichen Umgebungen und Anforderungen die Investments mit den versprochenen Einspareffekten beziehungsweise quantifizierten Nutzenversprechen verglichen werden könnten. Darüber hinaus sollten Anbieter, ihre Fähigkeiten zur Interoperabilität verdeutlichen, um Interessenten die Angst vor dem oft befürchteten Lockin zu nehmen, der sie vor Komplettlösungen zurückschrecken lässt. Vielleicht klappt´s dann auch mit der höheren Akzeptanz von integrierten UCC-Lösungen.
Die Studie UCC in Deutschland – Status Quo, erzielte Ergebnisse und Investitionspläne steht auf der Website von Berlecon Research zum Download bereit.
Login für Mitglieder
Sie sind noch kein Mitglied im
ICT Research Board?