














In ihrem jüngsten PAC RADAR-Report „SAP Consulting & Systems Integration 2010“ bewerteten die Analysten von Pierre Audoin Consultants (PAC) 13 führende Projektdienstleister im SAP-Umfeld. Insgesamt stuft PAC die Qualität und Leistungsdichte der Berater als gut ein. Nur mit der „Delivery“ sind Anwender offenbar nicht hundertprozentig zufrieden.
Nur wenige große mittelständische und noch weniger Großunternehmen in Deutschland setzen nicht auf SAP. Entsprechend groß ist die Bedeutung des IT-Services-Marktes, der sich rund um die Business-Software „made in Germany“ aufgebaut hat. PAC zufolge entspricht das Volumen der SAP-bezogenen Consulting & Systems Integration-Dienstleistungen (C&SI) mit 2,9 Milliarden Euro gut 20 Prozent des gesamten IT-Beratungsmarktes in Deutschland. Aufgrund der Wirtschaftskrise ist das Marktvolumen um rund 8 Prozent zurückgegangen. Dabei verzichteten die Anwender aber offenbar eher auf große Projekte als die operative Betreuung und Weiterentwicklung ihrer SAP-Systeme herunterzuschrauben. Auch in diesem Jahr werden Anwender eher verhalten in SAP-Software und -Beratung investieren. Erst für 2011 sehen die Analysten wieder ein solides Wachstum in diesem IT-Segment.
Umsatz und Marktanteil der SAP-Berater stellen übrigens eines von 50 Kriterien dar, die der Bewertung durch PAC zugrunde liegen. Die betrachteten 13 Anbieter kommen demnach auf einen Anteil von rund 35 Prozent des Marktes für C&SI-Dienstleistungen in Deutschland. Mit dabei waren: Accenture, Atos Origin, BearingPoint, Capgemini, Ciber AG, CSC, HP/EDS, Infosys, itelligence, Mieschke Hofmann und Partner (MHP), msg systems, Siemens IT Solutions and Services (SIS) und T-Systems. Neben der Größe gewichtete PAC folgende Kriterien am stärksten: Ressourcenstärke und Erfahrungslevel, Abdeckungsgrad des SAP-Lösungsportfolios, Erfahrung mit komplexen Projekten und Prozess-Know-how, branchenspezifisches Angebotsportfolio sowie die Kundenzufriedenheit insgesamt.
Für Anwender darf eine solche Beurteilung natürlich nicht allein als Grundlage für die Auswahl eines Beraters dienen, doch Gesamtbeurteilung und Erkenntnisse über die Portfolio-Abdeckung sowie über etwaige Stärken beziehungsweise Schwächen können auf der Suche nach einem geeigneten Dienstleister sehr hilfreich sein – vor allem da Kundenbewertungen in die Untersuchung eingeflossen sind.
Im PAC RADAR am besten abgeschnitten hat Accenture. Auf die Plätze 2 bis 5 kamen SIS, BearingPoint, Capgemini und die derzeit im deutschen Markt auf Wachstum ausgerichtete Ciber AG (vorher Ciber-Novasoft). Das PAC RADAR-Bild (siehe Grafik) verschafft außerdem einen schnellen Überblick über die jeweilige Ausprägung der Anbieter. PAC unterscheidet grob zwischen SAP-Plattform-Spezialisten, End-to-End-Service-Providern und Multiplattform-Spezialisten. Je größer ein Unternehmen auf dem PAC RADAR erscheint, desto größer ist auch sein Marktanteil.
Die Qualität der Leistungserbringung, neudeutsch „Delivery“ genannt, ist für den Anwender am wichtigsten, wenn es um die Beurteilung eines Dienstleisters geht. Da können Account Management und Angebotsphase und andere Dinge noch so gut bewertet werden, am Ende zählt die Delivery. Auf diesem Gebiet schneiden zwar alle Dienstleister im PAC RADAR gut ab, allerdings schlechter als in anderen Bereichen. Aber sie arbeiten weiter an der Verbesserung. So haben Dienstleister in den letzten Jahren globale Delivery-Netzwerke und Offshore-Ressourcen aufgebaut, um dem Preisdruck von Anwendern und indischer Konkurrenz begegnen zu können. Außerdem haben sie die Industrialisierung und Standardisierung der Leistungserbringung vorangetrieben. Allerdings fordert PAC die SAP-Berater auf, „ihre Beraterteams entsprechend den Anforderungen an ihre Fähigkeiten [zu] optimieren“. Speziell in reifen Märkten wie Deutschland steige die Nachfrage nach immer höheren Qualifikationen und Spezialwissen auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten weiter an. Wie „reif“ der hiesige Markt ist, lässt sich leicht daran erkennen, dass es sich bei den meisten SAP C&SI-Projekten um Erweiterungen und Modifikationen von Funktionen und Prozessen geht. Neuinstallationen finden schwerpunktmäßig nur noch im Mittelstand statt.
Weitere Informationen zum PAC RADAR „SAP Consulting & Systems Integration 2010“ erhalten Sie von Klaus Holzhauser, PAC (Telefon: 089-232368-26).
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