














Von Frank Niemann*
Der ERP-Markt wandelt sich technisch, marktstrukturell und strategisch. Was bleibt ist der Bedarf an integrierten Geschäftsapplikationen, was sich ändert ist die Art, wie diese Applikationen eingeführt, betrieben, an die Anforderungen der Unternehmen angepasst und mit anderen IT-Lösungen integriert werden.
Technik
Einige Hersteller entwickeln an neuen Produktgenerationen, die es auf Grundlage eines Software-Frameworks erlauben sollen, unterschiedliche Geschäftsanforderungen sowie branchenspezifische Besonderheiten abzudecken. Statt die Funktionen über eine Sammlung von mehr oder weniger gut miteinander integrierten Modulen bereitzustellen geht die Entwicklung dahin, eine große Zahl an Standardfunktionen als Service bereitzustellen, die sich flexibel anpassen beziehungsweise miteinander kombinieren lassen.
Darüber hinaus verwischen die Grenzen des bisherigen ERP-Begriffs. Neben der reinen Verarbeitung von Transaktionen verfügen die Geschäftsanwendungen über Funktionen zur Auswertung von Geschäftsdaten und können so neben den operativen und die dispositiven Prozesse eines Unternehmens unterstützen.
Wirtschaftlich
Technik wird auch in Zukunft ein bestimmender Faktor im ERP-Markt sein, jedoch reicht sie als Differenzierungsmerkmal allein nicht mehr aus. Stark an Bedeutung nimmt jedoch die Kompetenz des Anbieters in Bezug auf Unternehmensprozesse, Branchenwissen sowie darauf abgestimmte Einführungskonzepte und -werkzeuge zu. Aus diesem Grund haben auch in Zukunft Spezialisten eine Chance, sich gegen die großen Generalisten wie SAP und Oracle zu behaupten.
ERP-Hersteller müssen ihr Angebot an professionellen Dienstleistungen – dazu zählt IT- und Business-Consulting – ausbauen, sei es durch entsprechende Partnerschaften, Vertriebskanäle oder die Gründung neuer Geschäftsbereiche.
Cloud Computing/Software-as-a-Service wird dabei ebenfalls den ERP-Markt beeinflussen. Dies betrifft einerseits die klassischen Lizenz- und Wartungsmodelle, andererseits die Art, wie ERP-Funktionen sowie die entsprechenden Betriebsumgebungen bereitgestellt werden.
Strategie
Der Bedarf an kunden- beziehungsweise branchenspezifischen Funktionen nimmt nicht ab, sondern zu. Viele ERP-Anbieter sind allein nicht in der Lage, allen Anforderungen gerecht zu werden. Partnerschaften zwischen Herstellern und Dienstleistungsunternehmen, dazu zählen auch Anbieter von Cloud-Services, zählen hier zu den entscheidenden Faktoren.
Der Autor, Frank Niemann, ist Director bei PAC. Er ist für den Bereich Software zuständig und leitet PACs Software Research Program für die DACH-Region. Zuvor war er leitender Redakteur bei der Fachzeitschrift Computerwoche mit Schwerpunkt Geschäftsapplikationen.
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